LEISTUNGEN DER PERSONENBETREUUNG

  • Haushaltsnahe Dienstleistungen insbesondere:

+ Zubereiten von Mahlzeiten

+ Vornahme von Besorgungen

+ Reinigungstätigkeiten

+ Durchführung von Hausarbeiten

+ Durchführung von Botengängen

+ Sorgetragung für ein gesundes Raumklima

+ Betreuung von Pflanzen und Tieren

+ Wäscheversorgung (Waschen, Bügeln, Ausbessern)

  • Unterstützung bei der Lebensführung insbesondere:

+ Gestaltung des Tagesablaufs

+ Hilfestellung bei alltäglichen Verrichtungen

+ die Unterstützung bei der oralen Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme sowie bei der Arzneimittelaufnahme*

+ die Unterstützung bei der Körperpflege*

+ die Unterstützung beim An- und Auskleiden*

+ die Unterstützung bei der Benützung von Toilette oder Leibstuhl, einschließlich Hilfestellung beim Wechsel von Inkontinenzprodukten*

+ die Unterstützung beim Aufstehen, Niederlegen, Niedersetzen und Gehen*

* Voraussetzung für die zulässige Ausübung dieser Tätigkeiten durch PersonenbetreuerInnen ist, dass keine Umstände vorliegen, die aus medizinischer Sicht die Anordnung durch einen Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege erforderlich machen

  • Gesellschafterfunktion insbesondere:

+ Gesellschaft leisten

+ Führen von Konversation

+ Aufrechterhalten gesellschaftlicher Kontakte

+ Begleitung bei diversen Aktivitäten

  • Führung des Haushaltsbuches mit Aufzeichnungen über für die betreute Person getätigte Ausgaben
  • praktische Vorbereitung der betreuungsbedürftigen Person auf einen Ortswechsel

 

WAS BEDEUTET 24-STUNDEN-PERSONENBETREUUNG ?

Eine 24-Stunden-Betreuung/Pflege* bedeutet die beinahe rund um die Uhr Anwesenheit einer Betreuungsperson im Haushalt des zu pflegenden Menschen. Dies setzt voraus, dass zumindest eine Schlafmöglichkeit - idealerweise ein eigenes Zimmer - für sie vorhanden ist.  Eine solche Betreuung bedeutet jedoch nicht 24 Stunden Arbeitseinsatz. Die selbständige Betreuungsperson bestimmt vielmehr ihre Arbeitszeit selbst. Sie hat dabei jedoch auf die Gepflogenheiten und Bedürfnisse der zu betreuenden Person Rücksicht zu nehmen. Würden im Bezug auf die Einsatzzeit oder Ausführung der Arbeit Anordnungen erfolgen (z.B.: genau um 7Uhr muss das Frühstück fertig sein; bis 9Uhr hat die Betreuungskraft aufzuräumen oder ähnliches), könnte vom Sozialversicherer auch nachträglich ein Arbeitsverhältnis angenommen werden und müssten dann vom "Arbeitgeber" (Angehöriger oder zu pflegende Person) nachträglich Sozialversicherungsbeiträge und sämtliche Lohnnebenkosten bezahlt werden. Es ist daher besonderes Augenmerk sowohl auf die Formulierungen im Betreuungsvertrag als auch im Umgang mit der Betreuungsperson zu legen, um nicht im Nachhinein mit unerwarteten Zahlungen konfrontiert werden zu können.

 

Im Hinblick auf 24-Stunden-Betreuung/Pflege oder Personenbetreuung ist hier immer die selbständige Tätigkeit (=Werkvertrag mit der Betreuungsperson) gemeint, außer es ist ausdrücklich von unselbständiger Tätigkeit die Rede. Beinahe 100 Prozent aller hilfsbedürftigen Menschen, welche in Österreich zu Hause gepflegt werden, werden von selbständigen Betreuern und Betreuerinnen mit Gewerbeschein umsorgt, sodass wir uns hier nicht näher mit dem Unselbständigen-Modell befassen wollen. 

 

UNTERSCHIEDE ZUR BETREUUNG IM PFLEGEHEIM, BETREUTEM WOHNEN UND DURCH MOBILE DIENSTE

Im Unterschied zu einem Pflegeheimmobilen Pflegedienst oder dem sogenannten Betreuten Wohnen bietet diese Form der Betreuung die unschätzbar großen Vorteile einer umfassenden und ausschließlichen Verfügbarkeit der Pflegeperson für den hilfsbedürftigen Menschen und das noch dazu daheim in der gewohnten Umgebung. Es eröffnet die Möglichkeit, individuelle Wünsche erfüllt zu bekommen,  persönliche Vorlieben und Gepflogenheiten ohne vorgegebenen Tagesablauf beizubehalten: zum Beispiel gemeinsam mit der Betreuungsperson Ausflüge in die Natur zu unternehmen, Veranstaltungen zu besuchen, gemeinsam zu kochen, zu spielen, zu lesen, fern zu schauen, Bekannte einzuladen, zu besuchen usw.

In einem Senioren- oder Pflegeheim etwa ist eine Pflegeperson immer für mehrere Bewohner gleichzeitig verantwortlich. Je nach Qualität des Pflegeheimes wird beim Personal einmal mehr und ein andermal weniger gespart. Wer sich schon einmal in Seniorenheimen umgesehen hat und mit Bewohnern gesprochen hat, weiß, dass vielerorts besonders beim nötigen Personal gespart wird.  Wird ein Teil der Pflegeheimkosten von der öffentlichen Hand übernommen, holt sich die zuständige Behörde dieses Geld wieder zurück, entweder durch Abschöpfung oder Verwertung von noch vorhandenem Vermögen (Immobilien, Grundstücke, Sparvermögen) des zu Betreuenden oder im Rahmen der Unterhaltsverpflichtung von nahen Angehörigen (Kindern). Die Kosten für einen Pflegeplatz belaufen sich je nach Pflegestufe zwischen EUR 3.500,-- und EUR ??? (nach oben gibt es vermutlich keine Grenzen).

In Einrichtungen des sogenannten Betreuten Wohnens sind meist auch nur einige wenige Mitarbeiter für die Anliegen aller Bewohner eines Hauses zuständig, wobei von diesen Einrichtungen hauptsächlich Unterstützung in organisatorischen Dingen geleistet wird. Die Wahrscheinlichkeit, in einer Einrichtung des Betreuten Wohnens bei größerer Hilfsbedürftigkeit (ab der Pflegestufe 3) verbleiben zu können, kann schon mangels vorhandenem Pflegepersonals, als gering eingestuft werden. Aus diesem Grund betreiben einige Anbieter dieser Betreuungsform auch Pflegeheime parallel dazu. Für die meist betagten Menschen bedeutet dies, einen neuerlichen Ortswechsel hinnehmen zu müssen. Deshalb wird allen, die eine solche Betreuung für sich oder ihre Angehörigen in Erwägung ziehen, dringend geraten, sich rechtzeitig zu informieren und Klarheit darüber zu verschaffen, ob die in Frage stehende betreute Wohneinrichtung im Falle einer höheren Pflegebedürftigkeit verlassen werden muss.  Ein Mietvertrag ist schnell gekündigt, eine Eigentumswohnung  oder ein Haus rasch verkauft, rückgängig machen lässt sich ein solcher Schritt jedoch nicht mehr.

Mobile Pflegedienste sind aus unserem Pflegesystem nicht mehr wegzudenken. Sie leisten in Österreich einen immens wichtigen Beitrag zur professionellen Betreuung und Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Wie jedoch die Bezeichnung "mobil" verrät, handelt es sich nicht um eine 24-Stunden-Betreuung. Das mobile Pflegepersonal hat meist nur begrenzt für die Betroffenen Zeit, da es an einem Tag zahlreiche Kunden zu betreuen gilt und Zeit ja bekanntlich auch Geld kostet. Bei bestimmten Krankheitsformen wie etwa bei demenziellen Erkrankungen,  stößt diese Form der Unterstützung ebenfalls an ihre Grenzen.  Gerade bei Vorliegen einer demenziellen Erkrankung benötigt der/die Betroffene eine umfassende Beaufsichtigung und Unterstützung, die sehr häufig auch in den Nachtstunden nötig ist.

KOSTEN DER BETREUUNG UND LEISTUNGSPAKETE

Da jeder Kunde unterschiedliche Anforderungen mitbringt und keine Betreuungssituation einer anderen gleicht, können hier nur Richtwerte genannt werden. Wir bemühen uns, für jeden Auftraggeber ein individuelles und darüber hinaus auch leistbares Angebot zu erstellen.